10/16/2012

Specials: Happy Birthday Flea!! (21st Century & You oughta know)

Flea wird heute 50!!!
Ich wünsche ALLES BÄSSTE und habe natürlich zwei ausgesuchte Basslines vom Meister für Euch.

Zuerst ein Song vom Album "Stadium Arcadium" von den Red Hot Chili Peppers: 21st Century.
Eines seiner herausstechenden Merkmale ist Flea's flinke rechte Hand. 16tel bei 115bpm, wie im Refrain von 21st Century, sind dabei noch relativ harmlos. Bei "Parallel Universe" spielt er "Maschinengewehr-Sechzehntel" bei 124bpm und das über den ganzen Song. Wahnsinnig anstrengend!!
Wie gesagt bei 21st Century ist es nicht ganz so arg und darum eine schöne Möglichkeit die Schnelligkeit der rechten Hand zu trainieren.








Der zweite Song aus Flea's Schaffen, den ich Euch heute präsentieren möchte, stammt aus einer der zahlreichen Kollaborationen mit anderen Musikern.
Eine der groovigsten Basslines hat Flea dem Song "You Oughta Know" von Alanis Morissette beigesteuert. Es gibt auf YouTube einen Track mit der isolierten Bassline dieses Songs, was natürlich großartig ist, da man die ganzen groovigen Feinheiten in Flea's Spiel hören kann:


In der Bassline verwendet Flea u.a. eine besondere "Deadnotes"-Technik, die als "Three-Stroke-Ghost" bezeichnet wird. Zur Erläuterung hier eine Seite aus meinem "Groovekonzepte"-Workshop:


Hier nun die Transkription der Bassline:









Mehr Transkriptionen von Red Hot Chili Peppers: 

10/09/2012

Specials: Baba O'Riley (The Who)

John Entwistle, der im Jahre 2002 verstorbene Bassist von "The Who" wäre heute 68 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren habe ich einen meiner Lieblingssongs von The Who transkribiert. Es gibt auf YouTube einen Ausschnitt aus dem Film "The Kids Are Alright" bei dem John's Bass-Spur isoliert zu hören ist. Dies ist eine wunderbare Gelegenheit John's einzigartige Spieltechnik im Detail zu hören. Ich habe genau diese Bass-Spur transkribiert und nach dem Hören dieses Tracks sollte jedem klar sein warum John Entwistle seinen Spitznamen "Thunderfinger" völlig zu recht trägt.

Hier das Video mit der isolierten Bass-Spur. Nicht wundern, der Ton setzt erst mit dem ersten Basston ein:


Leider gibt es den Song von diesem Konzert nicht in einer "Full-Band"-Version, daher hier ein anderes Video, um den Song in seiner ganzen Pracht zu hören:



Und hier nun die Transkription des "isolierten" Bass-Tracks:











10/05/2012

Weekly Basslines #88: Nobody Told Me (Vintage Trouble)

Und noch ein Song von "Vintage Trouble". Nobody Told Me ist eine sehr soulige Mid-Tempo-Nummer mit einer interessanten Akkordfolge in den Strophen.

A - C#m7 - D/F# - Dm/F

Die Tonart ist A-Dur. A ist also die Tonika (I. Stufe). C#m7 der Akkord auf der III. Stufe und somit die Dominantparallele, D ist die Subdominante und Dm die Moll-Subdominante. Die Moll-Subdominante ist ein sog. Variantklang, d.h. ein diatonischer Stufenakkord der in seinem Tongeschlecht (Dur/Moll) variiert wird. Der Effekt, der durch die Mollsubdominante erzielt wird, besteht darin, einen alternativen Akkord zur Funktion der Dominante (E7) zu finden (die ja hier gar nicht auftritt). Der D-Moll-Akkord hat hier also dominantische Wirkung, d.h. er soll harmonisch zur Tonika A zurückführen. Dies tut er über eine chromatische Ton-Folge innerhalb der verwendeten Akkorde, die aus den Tönen F#-F-E besteht. Das F# ist die Terz der eigentlichen Subdominante D (das hier durch den Basston in der Akkordumkehrung D/F# besonders hervorgehoben wird), dann folgt mit F die Moll-Terz der Moll-Subdominante (auch über Dm/F hervorgehoben) und schließlich wird mit E die Quinte der Tonika (A) erreicht. 

Die Folge Tonika-Subdominante-Mollsubdominante-Tonika (I-IV-IVm-I) ist eine interessanter klingende Alternative zur Standard-Kadenz aus Tonika-Subdominante-Dominante-Tonika (I-IV-V-I) und ist beispielsweise auch bei Green Day im Song "Wake Me up When September Ends" zu finden. Die Strophen in der Tonart G-Dur bestehen aus folgender Akkordfolge:

G - G - Em7 - G - C - Cm - G - G


G ist Tonika, Em7 die VI. Sufe, C die Subdominante und Cm die Mollsubdominante. Du siehst auch hier löst sich die Mollsubdominante in die Tonika auf. Man kann also die Auflösungswirkung von IV-V-I durch die Folge IV-IVm-I ersetzen.

Doch genug Theorie! Kommen wir zurück zu Vintage Trouble und "Nobody Told Me":









Hier noch eine Live-Version des Songs:





10/02/2012

Weekly Basslines #87: Blues Hand Me Down (Vintage Trouble)

Als "Los Angeles' heißeste neue Band" wurden sie angekündigt als Vintage Trouble letztes Jahr für ein paar Konzerte nach Deutschland kam und jetzt da ich ihre Debüt-CD "The Bomb-Shelter Sessions" gehört habe, kann ich dies nur bestätigen. Wow!!! Was für eine geile Band! Man legt die CD ein und wird als erstes gleich weggeblasen von einem rockigen Opener namens "Blues Hand Me Down", den ich für Euch hier transkribiert habe. "Soul'n'Roll" nennen sie ihre Musik, die eine sehr vinteressante Mischung aus schwarzer Soul- und weißer Rockmusik darstellt. Die klassische Rock-Trio-Besetzung aus Drums, Bass und Gitarre plus die soulige Stimme des schwarzen Frontmanns Ty Taylor ergeben einen sehr erdigen bluesigen Sound, der hält was der Bandname verspricht: Vintage Trouble.











 Für weitere Infos zu "Vintage Trouble" empfehle ich die Website der Band. Hier gibt es einige schöne Videoclips der Band.
http://www.vintagetrouble.com/visuals.html













9/13/2012

Weekly Basslines #86: Keep The Faith, Living On A Prayer (Bon Jovi)

Der heutige Post könnte auch unter dem Titel "Bon Jovi und das Bass-Ostinato" stehen, denn die zwei Songs, die ich euch hier zeige, bedienen sich beide dieser Begleittechnik.

Ein Ostinato ist eine sich immer wiederholende Figur, wie z.B. eine kleine Melodie, ein bestimmter Rhythmus oder ein Riff. Diese Figur wird über verschiedenen Akkorden immer gleich gespielt und nicht an die wechselnden Akkordtöne angepasst. Wenn das Ostinato im Bass bzw. der Bass-Stimme liegt, bezeichnet man es als "Bass-Ostinato". Folgende Abbildung zeigt euch das Bass-Ostinato in den Strophen von "Keep The Faith":



Und hier das Ostinato aus "Living On A Prayer":






Doch hier nun zunächst mal die Bassline zu "Keep The Faith":


Ich habe auch eine kleine Videolektion zu dieser nicht ganz einfachen Bassline erstellt:


 









 
 Und nun zu "Living On A Prayer":









Soviel für diese Woche. Ostinato Basslinien sind übrigens ziemlich häufig anzutreffen. Achtet mal drauf, ich denke ihr werdet da einige Beispiele entdecken können.


9/06/2012

Weekly Bassline #85: Money (Pink Floyd)

Roger Waters wird heute 69!! (geb. laut Wikipedia: 06. Sept. 1943) und ich nehme seinen Geburtstag zum Anlass einmal eine der berühmtesten Basslines der Musikgeschichte genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Song stammt vom Album "The Dark Side Of The Moon" (VÖ: 1973), das mit 45 Millionen verkauften Exemplaren auf Platz 3 der meistverkauften Alben weltweit steht.

Der Song steht im 7/4tel-Takt. Es gibt im Internet Quellen, die hier von 7/8tel sprechen. Dies ist aber falsch und darum möchte ich hier kurz den Unterschied zwischen 7/4tel- und 7/8tel erklären. Den 7/4tel-Takt kann man sich als einen 4/4tel-Takt vorstellen, an den ein 3/4tel-Takt angehängt wurde (4+3), also ein verlängerter 4/4tel-Takt. Im Gegensatz dazu ist ein 7/8tel-Takt ein um eine Achtelnote verkürzter 4/4tel-Takt, den ich wie einen 4/4tel-Takt zählen kann, indem ich die "4+" am Ende immer weglasse:
1 + 2 + 3 + 4, 1 + 2 + 3 + 4, 1 + 2 + 3 + 4, 1 + 2 + 3 + 4......
Wie die Notation des Drumgrooves zeigt, haben wir hier eindeutig einen verlängerten Vierviertel-Takt mit der gewohnten Aufteilung von Bassdrum auf den Zählzeiten 1 + 3 und Snare auf 2 + 4:


Desweiteren wird der Groove ternär gespielt und erhält somit ein leichtes "Shuffle"-Feel.

Das Magazin "Guitar-World" hat einmal David Gilmour gefragt, wie sie auf dieses ungradtaktige Riff gekommen sind und er antwortete: "It's Roger's riff. Roger came in with the verses and lyrics for 'Money' more or less completed. And we just made up middle sections, guitar solos and all that stuff. We also invented some new riffs - we created a 4/4 progression for the guitar solo and made the poor saxophone player play in 7/4. It was my idea to break down and become dry and empty for the second chorus of the solo."

Das Stück beginnt mit einem Loop aus Geräuschen, dem sog. "Cash Register Loop", weil eine alte Registrierkasse darin zu hören ist. Nun, selbst dieser Loop ist so zusammengeschnitten, dass sich am Ende ein 7/4tel-Takt ergibt. Jeder der sieben Taktschläge hat ein eigenes Geräusch.

Sound A: Plumpsen eines Geldsackes
Sound B: Rattern der Registrierkasse
Sound C: Geldklimpern
Sound D:  Plumpsen eines Geldsackes
Sound E: Klingeln der Kasse
Sound F: Papier zerreissen
Sound G: Registriergeräusch der Kasse 


Wie man an der obigen Notation des Intros sehen kann wird der Loop "auftaktig" auf Zählzeit "6" des 7/4tel-Taktes gestartet.


Harmonisch ist der Song in der Tonart B-Moll (deutsch: H-Moll) als eine 12taktige Moll-Blues-Form mit 8taktiger Tonika angelegt. Die Soli von Saxophon und Gitarre folgen dann einer 16taktigen Bluesform, wobei das Gitarrensolo auch noch in den 4/4tel-Takt wechselt. 

Die Bassline besteht größtenteils aus Tönen der Mollpentatonik.