4/20/2012

Weekly Basslines #69: Lark's Tongues In Aspic Part II (King Crimson)

Nachdem ich letzte Woche wegen der intensiven Vorbereitungen zu meinem Rhythmik-Workshop am vergangenen Wochenende nicht zum posten kam, hier nun ein Klassiker des Progressive-Rock aus dem Jahr 1973: King Crimson's Instrumentaltitel "Lark's Tongues In Aspic (Part II).


Der Titel steht größtenteils im 5/4tel-Takt. Darum stelle ich der Transkription hier ein kleines Tutorial zur Zählweise solcher ungeraden Taktarten voran:















 Hier habe ich ein kleines Video aufgenommen, wo ihr mir beim Spielen dieses Songs auf die Finger schauen könnt:


Ich wünsch Euch nun viel Spass im 5/4tel-Takt und nicht vergessen immer schön Zählen: 123 123 12 12!




 Weitere Songs im 5/4tel-Takt:

Sting - Seven Days

Lalo Schifrin - Mission Impossible

Marillion - Easter
(beginnt im 3/4tel-Takt und wechselt zum Outro in einen 5/4tel-Takt)

4/05/2012

Weekly Basslines #68: Easter (Marillion)

Ein Song über Ostern. Was bedeutet das? Wer wird gekreuzigt und wer ersteht wieder auf? Man muss kein Christ sein um dieses Fest zu feiern. Für mich bedeutet es "nicht aufzugeben" so verloren die Sache auch scheint. Auch wenn unsere Hoffnungen oft ans Kreuz genagelt werden, so sollten wir immer wieder auferstehen und weitermachen mit der Sache an die wir glauben. In diesem Sinne wünsche ich Euch ein friedliches Osterfest!


Der Text in der deutschen Übersetzung:

Ein Geist aus Nebel war auf dem Feld.
Das Grau und grün zusammen.
Das Geräusch einer Landwirtschaftsmaschine in der Ferne.
Aus dem ersten Licht tauchte eine ramponierte Kette von Hecken und Bäumen auf.
Auf der Südseite des Hügels,
Verrat, wo die Grenze verläuft.
Dort wo Mary Dunboons Junge fiel.
Es ist wieder Ostern,
eine Zeit in der die Blinden sehen können.
Ostern, sicherlich können jetzt all eure Herzen frei sein.
Aus dem Hafen von Liverpool mit Bestimmungsziel Nordirland,
der Wellenschlag der Gischt und Schachtelhalm Wellen,
dem Rollen der See darunter.
Und wieder ist Ostern,
eine Zeit in der Blinde sehen können.
Ostern, sicherlich können jetzt all eure Herzen frei sein.
Was willst du tun?
Dein Herz zu Stein machen?
Willst du die Dinge richtig stellen wenn du sie zerreisst?
Wirst du schlafen können,
mit dem in Brand gesteckten Grossen Wagen und den Sternen?
Was wirst du tun?
Mit dem Draht und der Pistole?
Das wird die Dinge richtig stellen wenn es gesagt und getan ist?
Wirst du nachts schlafen können?
Ist da so viel Liebe im sich zu verstecken?
Vergib
Vergiss
Singe "Niemals wieder"








3/30/2012

Weekly Basslines #67: Bouree (Jethro Tull)

Johann Sebastian Bach wurde vor über 300 Jahren geboren und bis heute hat er seine Spuren nicht nur in der klassischen Musik sondern auch in der Rock- und Popmusik hinterlassen.
Johann Sebastian Bach was born over 300 years ago. Although this is a very long time, his music is still alive and left it's traces not only in classical music but also in rock- and popmusic until nowadays.

Manchmal stelle ich mir die Frage, ob man sich in 300 Jahren noch an beispielsweise die Beatles oder Rolling Stones erinnern wird. Wer weiß?
Sometimes I ask myself if anyone would remember The Beatles or Rolling Stones in 300 years. Who knows?
Eines der bekanntesten Adaptionen eines Stückes von Johann Sebastian Bach durch eine Rockband ist zweifelsohne die Bourreé (weiblich ist hier die korrekte Artikelform) in der Version von Jethro Tull.
One of the most famous adaptations of a piece from Johann Sebastian Bach is without doubt the "Boureé" in a version of Jethro Tull.
Die Bezeichnung "Bourreé" für das Stück ist wahnsinnig ungenau, denn der Begriff Bourreé bezeichnet lediglich einen im Barock populären Tanz aus Frankreich und somit gibt es sehr viele Stücke, die diesen Titel tragen.
The title "boureé" ist pretty imprecise, because "boureé" is only the name for a popular french dance during the baroque era and hence there are probably hundreds of "boureés" from Bach and other composers.
Die hier betrachtete Bourreé stammt aus der Lautensuite e-Moll BWV 996 (BWV = Bach Werke Verzeichnis).
The boureé we are talking about here comes from the "Suite for lute e minor" BWV 996.
Diese Suite besteht aus fünf Sätzen und die Bourreé erscheint im 4. Satz und hört sich im Original folgendermaßen an:
This suite consist of five movements and the "Bourreé" is the fourth movement and orginally sounds like this:



Die Version von Jethro Tull ist nun auf verschiedene Weise gegenüber dem Original verändert worden. Jethro Tull's version has been modified in different ways in comparison to the original. 
Zunächst ist die Tonart zu d-Moll verändert worden, also einen Ganzton tiefer.
Firstly the key was changed a whole tone down from e minor to d minor.
Dann ist das Tempo verlangsamt und gleichzeitig ein ternärer Swing-Groove verwendet worden.
Secondly the tempo was slowed down and a swing groove was added.
Ich habe hier einmal die Melodie, die Ian Anderson auf der Flöte spielt für den E-Bass notiert:
Here's Ian Anderson's flute melody notated for bass guitar:

So hört sich das dann bei Jethro Tull an:
This is how "bourreé" sounds in the Jethro Tull version:


Hier nun die Transkription. Das Highlight für uns Tieftöner ist natürlich das Bass-Solo von Glenn Cornick, das fester Bestandteil des Stückes ist.
Here's the transcription. A highlight for bassplayers certainly is Glenn Cornicks bass solo:








R.I.P. Glen Cornick (23 April 1947 – 28 August 2014)

3/23/2012

Weekly Basslines: #66: The Unforgiven I , II & III (Metallica)

Ein "Heavy-Metal-Triptychon" ist heute Thema der Weekly Basslines. Dreimal haben Metallica einen Song mit dem Titel "The Unforgiven" aufgenommen. Der erste Song war auf dem "Black Album" von 1991 enthalten. Eine düstere Rock-Ballade mit einem noch düsteren Video dazu.



Der Song ist in der Tonart A-Moll, dabei enthalten die Strophen die Akkorde Am, C-Dur, Em und Dm, während die Refrains aus den Akkorden Am, C-Dur, G-Dur und Em bestehen. A-Moll ist die parallele Molltonart zu C-Dur. Die folgende Abbildung zeigt, wie diese zwei Tonarten miteinander zusammenhängen:



Die Parallelität der Tonarten lässt sich auch auf die jeweiligen Akkorde ausweiten. Die Hauptstufenakkorde in C-Dur (also Tonika, Subdominante und Dominante) sind C-Dur, F-Dur und G-Dur. Diese Akkorde haben ihre Parallel-Akkorde in Moll: Die Mollparallele zu C-Dur ist A-Moll (Tonika-Akkorde), die Parallele zu F-Dur ist D-Moll (Subdominantakkorde) und zu G-Dur ist E-Moll der Parallelakkord (Dominant-Akkorde).
Die Akkordfolge des Refrains lässt sich somit folgendermaßen interpretieren: auf die Molltonika (Am) folgt deren Durparallele (C-Dur), dann kommt die parallele Durdominante (G-Dur) gefolgt von deren Moll-Parallele (Em). Rein Funktionsharmonisch betrachtet besteht der Refrain nur aus Tonika und Dominante, wobei beide Funktionen einmal in ihrer Moll- und einmal in ihrer Durversion auftauchen. Dies ist ein weit verbreitetes Kompositionsprinzip. In den Strophen kommt dann zusätzlich noch die Mollsubdominante (Dm) vor.


"The Unforgiven II" erschien dann 1998 auf dem Album "Reload". Dieser Song ist quasi als Fortsetzung gedacht und entsprechend ist er in der gleichen Tonart (Am) und enthält auch die gleichen Akkorde. Allerdings haben Metallica bei der Aufnahme ihre Instrumente einen Halbton tiefer gestimmt, so dass wir klingend As-Moll hören. Auch das dazugehörende Video knüpft nahtlos an dem Vorgänger an.

Der dritte Teil Schließlich stammt vom aktuellen Album "Death Magnetic". Hier ist die Tonart E-Moll (Parallele Molltonart zu G-Dur). Rob spielt hier einen 5-Saiter. Ich habe den Song hier aber für 4-Saiter mit Drop-D-Tuning notiert. Ein Musikvideo zu diesem Song habe ich nicht gefunden.




Zu "The Unforgiven I" gibt es ein extended Video mit zusätzlichen Szenen:










3/16/2012

Weekly Basslines: #65: Sehnsucht & Du Hast (Rammstein)

Einer meiner Schüler muss in der Schule ein Referat über "Sehnsucht" von Rammstein halten und daher habe ich den Song für ihn transkribiert. Das Stück stammt vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 1997.



Der Song steht in der Tonart E-Moll, was aber eigentlich nur im Refrain deutlich wird, da hier das Keyboard die Dreiklänge Em - C-Dur und A-Moll (und somit die Stufen I. , VI. und IV. der E-Moll-Tonleiter) über das Bass-Ostinato spielt. Unter einem Ostinato versteht man eine gleichbleibende musikalische Figur (ein Riff), die über (bzw. "unter") wechselnden Harmonien (hier: Em-C-Am) gespielt wird.
Das Intro, die Strophen und Interludes sind geprägt von chromatischen Riffs rund um den Grundton E (E,D#,E,F,E,G,E,F,E) die von Gitarren und Bass unisono (parallel) gespielt werden. Die Riffs sind in Achtelrhythmik und weisen asymmetrische Akzente auf: 1 + 2 + 3 + 4 + 1 + 2 + 3 + 4 + (Betonungen sind unterstrichen).
Da die Riffs zum Teil bis zum tiefen D runtergehen, muss man - um den Song auch auf einem Viersaiter spielen zu können - den Bass im sog. "Drop-D-Tuning" stimmen. Dabei wird die E-Saite auf D heruntergestimmt, während die anderen Saiten in Normalstimmung (also A-D-G) verbleiben.
Hier ein Arbeitsblatt zum Drop-D-Tuning:






Einer der bekanntesten Songs von Rammstein befindet sich auch auf dem Album "Sehnsucht":



Dieses Stück ist wieder ganz normal im Standard-Tuning spielbar: